____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Steinbeisbahn
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
| Prijedor â Srnetica â Knin / Ribnik Gornji / Jajce | Prijedor â Srnetica â Knin / Ribnik Gornji / Jajce | | | | | | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | | | | | | | |
| Streckenlänge: | 392 [ 1 ] km | | | | | | |
| Spurweite : | 760 mm ( Bosnische Spur ) | | | | | | |
| Maximale Neigung : | PrijedorâLiÄka Kaldrma: 29 â° SrneticaâJajce: 24 â° | | | | | | |
| Minimaler Radius : | PrijedorâLiÄka Kaldrma: 45 m SrneticaâJajce: 40 m | | | | | | |
| | | | | | | | |
| | | | | | | | |
| Streckenprofil der Bahnstrecke PrijedorâSrneticaâKnin/Jajce. | Streckenprofil der Bahnstrecke PrijedorâSrneticaâKnin/Jajce. | Streckenprofil der Bahnstrecke PrijedorâSrneticaâKnin/Jajce. | Streckenprofil der Bahnstrecke PrijedorâSrneticaâKnin/Jajce. | Streckenprofil der Bahnstrecke PrijedorâSrneticaâKnin/Jajce. | Streckenprofil der Bahnstrecke PrijedorâSrneticaâKnin/Jajce. | Streckenprofil der Bahnstrecke PrijedorâSrneticaâKnin/Jajce. | Streckenprofil der Bahnstrecke PrijedorâSrneticaâKnin/Jajce. |
Die Steinbeisbahn war eine ursprĂźnglich als Waldbahn geplante Bahnstrecke der Bosnischen Forstindustrie-Aktiengesellschaft Otto Steinbeis (BIFAG) in Bosnien und Herzegowina. Die Schmalspurbahn in Bosnischer Spurweite von 760 mm erschloss die nordwestlichen Waldgebiete Bosniens und wurde von der Aktiengesellschaft fĂźr den Holzexport betrieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Strecken der frĂźheren Steinbeisbahn Teil des Schmalspurnetzes der Jugoslawischen Staatsbahnen (JDĹ˝/JĹ˝).
Contents
⢠Geschichte
⢠Heute
⢠Lokomotiven
⢠Betrieb
⢠Anmerkungen
⢠Literatur
⢠Weblinks
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Geschichte
Habsburger Monarchie
Vorgeschichte
1892 unterzeichnete der bayrische Unternehmer Otto von Steinbeis und BenjĂĄmin KĂĄllay fĂźr k.u.k. bosnisch-herzegowinische Landesverwaltung einen 20-Jahresvertrag zur forstlichen Nutzung eines 450 km² groĂen Waldgebiets am Fluss Sana zwischen Dobrljin, Jajce und Drvar. Bereits 1893 erfolgte der Bau der ersten Waldbahn und 1894 ging das Sägewerk in Dobrljin in Betrieb. 1898 erfolgten Vermessungen fĂźr den Bau einer Waldbahn von Knin zum Unternehmensstandort Drvar und weiter nach OĹĄtrelj. Dabei wäre die Steilstrecke von Drvar zu den nordĂśstlich davon gelegenen Bergen mit einer Seilbahn Ăźberwunden worden.
In den 1890er Jahren plante die bosnisch-herzegowinische Landesverwaltung als Spalatobahn eine Verlängerung der Bahnstrecke LaĹĄvaâDonji VakufâBugojno nach Split (Spalato). Die ungarische Regierung verhinderte dieses Projekt, weil sie darin eine Konkurrenz zu ihrer Bahnstrecke ZagrebâRijeka und niedrigere Zolleinnahmen befĂźrchtete.
Bahnbau KninâÄardak
Nachdem Kållay und Steinbeis im August 1900 einen Vertrag unterzeichneten, konnte am 20. März 1902 mit viermonatiger Verspätung die 102 Kilometer lange Strecke von Knin nach Oťtrelj erÜffnet werden. In Knin auf dalmatinischem Gebiet wurden die Holzprodukte auf die normalspurige Strecke umgeladen und nach Šibenik gebracht, wo sie durch die eigene Reederei verschifft wurden. Die Strecke wurde nicht wie ursprßnglich geplant als Waldbahn gebaut, sondern ähnlich den Normen der Bosnisch-Herzegowinischen Staatsbahnen (BHStB) mit 13,5 kg/m schweren Schienen, 29 Promille Maximalsteigung und 40 Meter Mindestradius. Sowohl Kållay als auch Steinbeis hatten ihre Ziele erreicht. Kållay erhielt den ersten Abschnitt der Bahnverbindung von Bosnien nach Dalmatien und Steinbeis's Investitionen warfen eine gute Rendite ab. Weil es fßr diesen Bahnbau keine staatliche Unterstßtzung gab, konnte Ungarn nur verbal dagegen protestieren.
1903 wurde die Steinbeisbahn von OĹĄtrelj nach Srnetica verlängert, um die FlĂźgelstrecken der dortigen Waldbahnen zu erschlieĂen. Weil die dortigen Schläge allmählich erschĂśpft waren, verlängerte die BFIAG ihre Bahn bis 1905 rund 55 Kilometer nach Äardak, wo ein neuer Holzsammelplatz entstand, und nach Ribnik Gornji. Obwohl die Strecke keine Ăśffentliche Eisenbahn war, wurde ab Juli 1910 zwischen Knin und OĹĄtrelj der Bahnpostverkehr aufgenommen.
Bahnbau SrneticaâPrijedor
Durch die Balkankriege 1912â1913 wurde eine Verbindung zwischen der Steinbeis- und der normalspurigen k.u.k. Militärbahn BanjalukaâDoberlin zu einem strategischen Ziel der bosnisch-herzegowinischen Landesverwaltung, um Truppentransporte zu ermĂśglichen. Die BFIAG suchte neue Schläge fĂźr ihre Zellulosefabrik in Drvar und beantragte am 4. Juli 1912 erfolglos eine Konzession fĂźr eine Strecke von Srnetica nach GrmeÄ.
Während des fĂźr Serbien gĂźnstigen Verlauf des Balkankriegs gelangen dem Kriegs- und dem Finanzministerium ein Coup. Der damals 74-jährige Steinbeis suchte eine Nachfolgeregelung fĂźr seine BFIAG. Nachdem der Landtag wegen der schlechten finanziellen Lage einen Kauf abgelehnt hatte, schloss Finanzminister Leon BiliĹski am 16. Mai 1913 mit Steinbeis einen Geheimvertrag ab, der den Kauf von 60 Prozent der Aktien und deren Bezahlung in 19 Jahresraten beinhaltete. Am 21. Mai 1913 wurde die BFIAG von der Landesverwaltung ermächtigt, eine âWaldbahnâ von Srnetica nach Prijedor zu bauen. Ungarn protestierte wiederum vergebens gegen den von Steinbeis privat finanzierten Bahnbau. Bereits im Herbst 1914 â der Erste Weltkrieg hatte soeben begonnen â wurde die Strecke dem Verkehr Ăźbergeben. Ăsterreich hatte nun anstelle der von Ungarn verhinderten Spalatobahn eine alternative Verbindung zur Adria.
Erster Weltkrieg, Militärbahn ÄardakâJajce
Wegen der wachsenden Furcht vor einem Kriegseintritt Italiens erteilte Oskar Potiorek, der Oberkommandierende der Balkanstreitkräfte, am 22. März 1915 der BFIAG den Auftrag zum Bau der Verbindungsstrecke ÄardakâJajce. In Jajce hatte sie Anschluss an die ebenfalls schmalspurige Bosnisch-herzegowinische Staatsbahn (BHStB). Wegen starker Regenfälle und fehlender Facharbeiter konnte die Strecke nicht wie geplant im September, sondern erst am 10. Jänner 1916 erĂśffnet werden. Obwohl sie als Militäreisenbahn erstellt wurde, forderte Ungarn den Abriss nach Kriegsende.
Das VerbindungsstĂźck ÄardakâJajce war im Eigentum der k.u.k. Militärbahn, wurde jedoch von der Steinbeisbahn betrieben. Es stellte neben der Narentabahn der BHStB nach MetkoviÄ eine zweite Verbindung zur Adria nach Split dar. Wegen den leichten Schienen mit nur 13,75 kg Metergewicht und wenig leistungsfähiger Lokomotiven verkehrte im Ersten Weltkrieg nur ein tägliches Zugpaar.
KĂśnigreich Jugoslawien
Nachdem Otto Steinbeis seine BFIAG 1913 der Bosnischen Landesregierung verkauft hatte, kam der Konzern 1919 gemäà dem Versailler Friedensvertrag in das Eigentum des KĂśnigreichs Serbien, Kroatien und Slowenien und erhielt die Bezeichnung Ĺ IPADcite-ref-3[3]. Ende der 1930er-Jahre war die Ĺ IPAD einer der grĂśĂten Bauholzerzeuger in Europa.
Der Umlad des Holzes in Knin fĂźr den Weitertransport mit der normalspurigen Strecke zum Hafen Ĺ ibenik verteuerte den Holztransport. 1924 schlug die Ĺ IPAD den Bau einer eigenen Schmalspurstrecke in die Hafenstadt vor, die zudem 68 Kilometer kĂźrzer gewesen wäre als die bestehende Normalspurstrecke. Das Projekt kam nicht zustande, denn in Split wurde befĂźrchtet, dass die Verlängerung der Schmalspurbahn Verkehr vom eigenen Hafen abziehen wĂźrde. Seit der Betriebsaufnahme der Lika-Bahn im Jahre 1925 sind die Strecken von Knin nach Split und Ĺ ibenik mit dem mitteleuropäischen Normalspurnetz verbunden. 1935/36 wurde anstelle der schmalspurigen Verlängerung nach Ĺ ibenik der Bau der normalspurigen Strecke BihaÄâKnin beschlossen.
Zweiter Weltkrieg
Nach der Besetzung Jugoslawiens im Balkanfeldzug im April 1941 kam die Steinbeisbahn zusammen mit den anderen bosnisch-herzegowinischen Eisenbahnen zu den Kroatischen Staatsbahnen (HDĹ˝). Der Abschnitt KninâDrvar lag in der italienischen Einflusszone und wurde faktisch von der 2. Sezione Militare die Esercizio (Militärische Operationsabteilung) betrieben. Die Armeen der Besatzungsmächte waren wegen den vielerorts fĂźr Lastwagen ungeeigneten StraĂen von den Schmalspurbahnen abhängig. Die Steinbeisbahn war zu Beginn des Krieges vorrangiges Ziel der Partisanen. Im weiteren Verlauf stationierte Josip Broz Tito auf einzelnen Streckenabschnitte der Steinbeisbahn sein Hauptquartier.
Nachdem die Tito-Partisanen ein groĂes Gebiet um Drvar eingenommen hatten, setzten sie die Strecke DrvarâSrneticaâGrmeÄ/MliniĹĄte instand und betrieben sie als Partisaneneisenbahn. Im Oktober und November 1942 lebten Tito und sein Stab in einem Zug, der als mobiles Hauptquartier eingerichtet und in OĹĄtrelj stationiert war.
Kurz bevor am 29. Jänner 1943 deutsche Einheiten im Rahmen der Operation WeiĂ BihaÄ eroberten, flĂźchtete Tito nach OĹĄtrelj und mit dem Zug weiter nach Drvar, um die Aufgabe des Gebiets anzuordnen. Daraufhin evakuierte die Eisenbahn zwischen Drvar und MliniĹĄte Partisanen, Verletzte und deren AusrĂźstung. Titos Truppen zogen sich Ăźber die Neretva-BrĂźcke in den Osten Bosnien-Herzegowinas zurĂźck.
Im August 1943 gelang es Tito und seinen Genossen, in Jajce ein neues Hauptquartier einzurichten. Wiederum wurde eine Partisaneneisenbahn geschaffen. Im November 1943 konnten die Partisanen die schwer zerstĂśrten Strecken JajceâDrvar und SrneticaâSanica wiedererĂśffnen. Weil die BrĂźcke Ăźber die SokoÄnica zwischen Ĺ ipovo und Sokolac nicht repariert werden konnte, mussten Reisende und GĂźter mit Booten Ăźber den Fluss befĂśrdert werden. Als zur Jahreswende die Wehrmacht einen Angriff gegen Jajce startete, fiel der Partisanenbahn wieder eine wichtige Rolle zu. Als Schutz vor deutschen Fliegerangriffen fuhren die ZĂźge nachts. Sein nächstes Quartier schlug Tito fĂźr die nächsten fĂźnf Monate in Drvar auf. Im Unternehmen RĂśsselsprung versuchten am 25. Mai 1944 deutsche Fallschirmjäger Tito gefangen zu nehmen. Dem PartisanenfĂźhrer gelang die Flucht durch Wälder nach Potoci. Am 3. Juni wurde er und sein Stab von den Alliierten nach Bari ausgeflogen, um zum neuen Hauptquartier auf der Insel Vis weiterzureisen.
FĂśderative Republik Jugoslawien
Die Strecken und das Rollmaterial der Jugoslawischen Bahnen und besonders der Steinbeisbahn waren nach dem Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Zudem drohte wegen DĂźrre in Bosnien und Herzegowina eine Hungersnot. Im Sommer 1945 konnte die Steinbeisbahn nach groĂen Anstrengungen wiedererĂśffnet werden. Von den 58 Ĺ IPAD-Lokomotiven waren nur 28 einsetzbar, aber die Steinbeisbahn verkehrte bis April 1946 als einzige Bahn von der AdriakĂźste ins bosnische Landesinnere. Weil zusätzliche Schmalspurlokomotiven benĂśtigt wurden, brachte 1945/46 die UNRRA 34 amerikanische Vierkuppler mit bosnischer Spurweite nach Jugoslawien, die umgehend auf der Steinbeis- und der Krivajatalbahn eingesetzt wurden (siehe Abschnitt Lokomotiven).
Kurz nach dem Krieg gingen die Hauptstrecken der Steinbeisbahn zusammen mit Krivaja- und Usora-Waldbahn in den Jugoslawischen Staatsbahnen (JDŽ/JŽ) auf. Die JDŽ stationierten Maschinen der Baureihen 90, 92 und 185 im Heizhaus Drvar. Der Betriebsßbergang zu den JDŽ ging bei der Steinbeisbahn nicht ohne Probleme vonstatten, stimmten doch viele Einzelheiten der frßheren ŠIPAD-Bahn nicht mit den Standards der JDŽ ßberein. Fehlende Koordination zwischen Waldbahn- und Hauptstreckenbetrieb fßhrte zu mehreren Unfällen.
FĂźr die im Jahr 1948 erĂśffnete normalspurige Una-Bahn wurde zwischen LiÄka Kaldrma und Knin die alte Trasse der Steinbeisbahn benutzt. Der Holzverkehr war immer noch wichtig, hatte aber nicht mehr die Bedeutung wie vor dem Krieg. Durch die Inbetriebnahme der Una-Bahn wurde die Schmalspurbahn wieder auf ihre ursprĂźngliche Bedeutung zurĂźckgeworfen und unrentabel.
In ForststraĂen und -fahrzeuge wurde viel Geld investiert und die Bahnverbindungen in mehreren Etappen eingestellt. Am 1. Juni 1969 endete der Verkehr auf dem Abschnitt SrneticaâĹ ipovo, am 1. Juni 1975 wurde die Verbindung von Drvar nach Prijedor eingestellt. Obwohl sich die BevĂślkerung unter FĂźhrung des BĂźrgermeisters von Drvar heftig wehrte, verkehrte am 28. Mai 1978 der letzte Zug von Drvar nach Licka Kaldrma. Der Finanzmangel in Jugoslawien verhinderte den Bau geplanter Normalspurlinien in Nordwestbosnien; Lastwagen und Bus Ăźbernahmen den Verkehr.
Heute
In Drvar befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Bahnanlagen der Busbahnhof. Das Bahngebäude steht noch, ist aber kriegsbeschädigt. Am Ende der einstigen doppelgleisigen Brßcke steht das verrostete Wrack einer Mallet-Lokomotive, mÜglicherweise der Rangier- und Waldbahnlok von Oťtrelj. In Oťtrelj ist noch die Ruine des Bahnhofsgebäudes zu finden.
Dampflokomotive 1932 verkehrt im Sommerhalbjahr auf der Schmalspurbahn TĹemeĹĄnĂĄ ve SlezskuâOsoblaha in Tschechien. Von den Diesellokomotiven der Baureihe 740 kamen mehrere nach Ăsterreich. Die ehemalige 740.007 ist bei der Zillertalbahn immer noch im Einsatz.
Streckenbeschreibung
Die Hauptstrecke der Steinbeisbahn hatte ihren Ausgangspunkt im an der Normalspurstrecke DobrljinâBanja Luka liegenden Bahnhof Prijedor. Zunächst fĂźhrte die Strecke im flachen Tal der Sana nach Sanski Most und weiter nach Bosanski Vrhpolje. Von dort aus folgte die Trasse dem Fluss Sanica zur Ortschaft Sanica. Nach der Station Donja Sanica (âUnter-Sanicaâ) auf 203 m Ăź. M. begann die Rampe mit 17 bis 19 Promille Steigung hinauf nach Vranjevac. Nach Sanica Gornja (âOber-Sanicaâ) erreichte die Bahn mit Hilfe von Kehren die nach dem benachbarten Gebirgszug benannte Station GrmeÄ und stieg weiter Ăźber das Karstfeld Bravsko Polje zum Scheitelpunkt bei Vranjevac (1051 m Ăź. M.). Nach fĂźnf Kilometer mit leichtem Gefälle kamen die ZĂźge in der seit der Einstellung des Bahnbetriebs nicht mehr bewohnten Siedlung Srnetica an, wo sich die Steinbeisbahn nach Knin und Jajce verzweigte.
Von Srnetica fuhren die ZĂźge Ăźber die bewaldete Hochebene nach OĹĄtrelj, wo ein während des Zweiten Weltkriegs von Josip Broz Tito und den jugoslawischen Partisanen benutzter Zug als nationales Kulturdenkmal von Bosnien und Herzegowina aufgestellt ist (siehe Abschnitt Zweiter Weltkrieg). In OĹĄtrelj begann die Gefällstrecke mit 29 Promille Neigung, die nach dem Durchfahren einer S-Kurve ins Unac-Tal gelangte. Auf der Ăśstlichen Talseite fĂźhrte die Trasse bis nach OĹĄtrica, wo die ZĂźge mit Hilfe einer Spitzkehre die Fahrtrichtung wechselten und bei Drvar den Talboden erreichten. Nach Kleinstadt Drvar stieg die Bahn mit einer Steigung bis 26 Promille wieder an, gelangte nach einer Kehrschleife nach Bosanska Kamenica, um bei Hrnjadi den Kulminationspunkt auf 965 m Ăź. M. zu erreichen. Von dort fĂźhrte das Gleis mit einem Gefälle bis zu 22 Promille nach LiÄka Kaldrma hinunter, das bereits in Kroatien liegt. Bis 1948 folgte die heute von der Una-Bahn genutzte Trasse der ButiĹžnica, einem Nebenfluss der Krka, bis zum damaligen Endepunkt in Knin.
Die andere FlĂźgellinie fĂźhrte von Srnetica mehr oder weniger flach Ăźber Potoci nach MliniĹĄte, wo die Gefällstrecke mit einer Neigung bis 24 Promille nach Ĺ ipovo begann. Von dort fuhren die ZĂźge der Pliva folgend nach Jezero und entlang des GroĂen und des Kleinen Pliva-Sees nach Jajce, wo die ebenfalls schmalspurige Bahn Ăźber den Komarpass die Weiterreise ermĂśglichte.
Lokomotiven
Die vierachsigen Malletlokomotiven mit der Achsfolge BâB und BâB1â befĂśrderten zunächst die ZĂźge auf den Hauptstrecken. Als die ZĂźge ständiger schwerer wurden, lieferte Maffei sechsachsige Mallets fĂźr den Einsatz auf den Rampen KninâHrnjadi und DrvarâOĹĄtrelj und die vierachsigen Mallets verkehrten in leichteren Diensten auf den Hauptstrecken und den Seitenlinien. Ab 1911 wurden FĂźnfkupplermaschinen eingesetzt, die zum Erreichen besserer Bogenlaufeigenschaften mit Klien-Lindner-Achsen ausgestattet waren und mehr als 400 PS leisteten. GegenĂźber den Malletloks vergrĂśĂerte sich die Achslast von 5 auf 7 Tonnen und bei den Nummer 25 und 26 auf 8 Tonnen.
In der Zwischenkriegszeit lieferte Orenstein & Koppel im Jahr 1924 drei groĂe HeiĂdampflokomotiven mit 350 PS Leistung, deren Zugkraft und Entgleisungssicherheit vom Personal sehr geschätzt wurde.
| Nr. | Bauart | Hersteller | Baujahr | Bemerkung | Bild |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | D1â n2t | Krauss MĂź | 1902 | | |
| 2â4, 8, 11â12 | BâB n4vt | Maffei , Nr. 2 O&K | 1902â1904 | Ab 1945 JDĹ˝ 4; Nr. 2 in Banja Luka , Nr. 3 in Drvar, Nr. 12 in OĹĄtrelj aufgestellt | |
| 5â7 | C1 n2t | Arad | (1899) | 1903 Ăźbernommen vom Bergwerk Kalan | |
| 9â10, 13â14, 21 | BâB1â n4vt | O&K | 1904â1910 | Nr. 13 Spurweite 800 mm fĂźr Waldbahn MijaÄica , ab 1945 JDĹ˝ 21â32 | |
| 15 | CâC n4vt | Maffei | 1907 | Ab 1945 JDĹ˝ 15 | |
| 16â17, 19 | B n2t | O&K, Nr. 17 Krauss MĂź | (1996â1989), Nr. 19 1909 | 1902 Nr. 16â17 als Werklok Ăźbernommen, Nr. 19 Spurweite 800 mm fĂźr Waldbahn GrmeÄ | |
| 18, 20 | CâC n4vt | Maffei | 1909 | Ab 1945 JDĹ˝ 20 | |
| 22â28 | E h2vt | Maffei | 1911â1915 | Ab 1945 JDĹ˝ 26, 26, 28 | |
| 29â32 | E h2 | O&K | 1916â1924 | Ab 1945 JDĹ˝ 29â32 | |
FĂźr die Bewältigung des starken Verkehrs während des Ersten Weltkriegs wurden mehrere Lokomotiven requiriert. Nachdem Italien am 23. Mai 1915 in den Krieg eintrat, wurden am 1. Juni vier Maschinen der Reihe U von der Strecke SpalatoâSinj auf die Steinbeisbahn evakuiert. Im Oktober 1916 kam von den NiederĂśsterreichischen Landesbahnen (NĂLB) eine Lokomotive der Reihe U und von den Ungarischen Staatsbahnen (MĂV) die 490.008 auf die Steinbeisbahn. Im letzten Kriegsjahr folgten weitere Maschinen.
unrra
Die 34 von der UNRRA in den Jahren 1945/46 gebrachten Schlepptenderlokomotiven wurden 1941 von H. K. Porter fßr die UdSSR entworfen. Sie waren einfache, nach amerikanischen Gepflogenheiten entworfene Vierkupplermaschinen mit einem vierachsigen Schlepptender. Obwohl sie nur ßber eine Leistung von 240 PS verfßgten, bewährten sie sich mit nur 6 Tonnen Achslast und spurkranzlosen Mittelachsen auf den kurvenreichen Schmalspurstrecken. Die 34 Lokomotiven wurden während ihrer gesamten Einsatzzeit nicht ins JDŽ-Baureihensystem eingefßgt und behielten ihre UNRRA-Nummern.
1946 beschafften die Jugoslawischen Staatsbahnen (JDĹ˝) fĂźr den Einsatz auf der Steinbeisbahn die Schlepptenderlokomotiven JDĹ˝ 1932 bis 1937. Geliefert wurden die sechs Maschinen vom tschechoslowakischen Hersteller Ĺ koda. Technisch waren sie den O&K-Maschinen 29â32 ähnlich. Nachteilig bei den Ĺ koda-Lokomotiven war die schlechte Sicht nach hinten wegen des groĂen Tenders. Das war jedoch bei der Steinbeisbahn nicht von Bedeutung, da alle grĂśĂeren Stationen Ăźber Gleisdreiecke oder Drehscheiben verfĂźgten.
Betrieb
Die BFIAG hielt die Steinbeisbahn technisch stets auf bestem technischen Stand. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurden meist bei Maffei in MĂźnchen 26 Lokomotiven beschafft. Der Wagenpark bestand aus vierachsigen Rungenwagen fĂźr Langholz mit 20 Tonnen Tragkraft, Bretterwagen fĂźr 15 Tonnen Last und einer groĂen Anzahl von Drehschemelwagen. Unterhalten wurde das Rollmaterial in der groĂen eigenen Werkstätte in Drvar.
Ab dem Ersten Weltkrieg wurde die Bahn dem regulären Reise- und dem allgemeinen GĂźterverkehr geĂśffnet. Täglich verkehrte ein Zugpaar von Prijedor nach Knin von Srnetica nach Jajce. Hauptgeschäft blieb nach wie vor der Holzverkehr, obwohl aus dem 1919 erĂśffneten Bergwerk SuhaÄa bei Sanski Most Kohle zum Stahlwerk in Zenica transportiert wurde. 1925 standen dem Betrieb 39 Lokomotiven, 851 GĂźter- und 38 Personenwagen zur VerfĂźgung.
Der Winterbetrieb erforderte einen groĂen Aufwand fĂźr die Schneeräumung. Regen in FrĂźhjahr und Herbst fĂźhrte zu Adhäsionsproblemen, die häufig Vorapann erforderten, und in trockenen Sommern beeinträchtige Wassermangel die Leistungsfähigkeit der Dampflokomotiven.
In den letzten Betriebsjahren wurde der Abschnitt MliniĹĄteâĹ ipovo nur noch von GĂźterzĂźgen befahren. Im Fahrplanjahr 1968/69cite-ref-4[4] verkehrte zwischen Prijedor und Drvar ein durchgehendes Personenzugpaar mit einer Fahrzeit von rund siebeneinhalb Stunden. Zwischen Prijedor und Sanica bestanden zusätzlich vier Verbindungen und auf dem TeilstĂźck LiÄka KaldrmaâDrvar fuhren vier ZĂźge, die grĂśĂtenteils nur die zweite Wagenklasse fĂźhrten. Der Abschnitt Ĺ ipovoâJajce war Teil der Kursbuchstrecke 72 LaĹĄvaâDonji VakufâGornji Vakuf/JajceâĹ ipovo mit vier Verbindungen zwischen Jajce und Ĺ ipovo.
Anmerkungen
cite-note-11. gemäà Kilometrierung
cite-note-km-22. Kilometer-Angabe gemäà Artikel Unska pruga in der kroatischsprachigen Wikipedia
cite-note-33. â Ĺ umsko industrijsko Privredno Akcionarsko DruĹĄtvo gemäà Artikel Ĺ ipad auf bosnischsprachiger Wikipedia, deutsch ungefähr Forstindustrie kommerzielle AG
cite-note-44. â 26.5.1968 bis 31.5.1969
Literatur
⢠Werner Schiendl: Die Eisenbahnen in Bosnien und der Herzegowina 1867â1918. Edition Bahn im Film, Wien 2015, ISBN 978-3-9503096-5-2. Kap. 19 Die Steinbeisbahn 1998â1914. S. 340â354 sowie S. 406.
⢠Werner Schiendl, Franz GemeinbĂśck: Die Eisenbahnen in Bosnien und der Herzegowina 1918â2016. Edition Bahn im Film, Wien 2017, ISBN 978-3-9503096-7-6, Kap. 13 Das kommunistische Jugoslawien Titos 1941â1945. S. 177â196 sowie S. 69, 137â138, 199, 204, 208, 252, 267â268 und 331.
⢠Helga Berdan: Die Machtpolitik Ăsterreich-Ungarns und der Eisenbahnbau in Bosnien-Herzegowina 1872 â 1914. (PDF; 8,3 MB) 2008, abgerufen am 1. August 2016 (Diplomarbeit an der Universität Wien).
⢠Elmar Oberegger: Steinbeis-Bahn. In: Enzyklopädie zur Eisenbahngeschichte des Alpen-Donau-Adria-Raumes. (oberegger2.org).
⢠Victor von RĂśll: Bosnisch-hercegovinische Eisenbahnen. In: Enzyklopädie des Eisenbahnwesens. Band 2. Berlin / Wien 1912, S. 463â468 (zeno.org).
⢠Michael Franke: Analyse von Eisenbahnlandschaften. (PDF; 12,5 MB) Kapitel 5.1 Eisenbahngeschichte Dalmatiens. April 2013, S. 35â43, abgerufen am 1. September 2016 (Masterarbeit an der Universität fĂźr Bodenkultur Wien).
⢠Die Steinbeisbahn. In: 760net â Schmalspurbahnen in Ăsterreich. Gerhard Schlenz, Purkersdorf (760net.heimat.eu), abgerufen am 1. August 2016.
⢠Streckenprofil 69 PrijedorâLiÄka Kaldrma. In: serbischsprachiges Forum âForum ljubitelja Ĺželeznicaâ. Jugoslovenske Ĺ˝eleznice, Zajednica ĹželezniÄkih preduzeÄa, Sarajevo, abgerufen am 1. September 2016.
⢠Streckenprofil 69 JajceâSrnetica. In: serbischsprachiges Forum âForum ljubitelja Ĺželeznicaâ. Jugoslovenske Ĺ˝eleznice, Zajednica ĹželezniÄkih preduzeÄa, Sarajevo, abgerufen am 1. September 2016.
⢠Landkarten der Franzisco-Josephinischen Landesaufnahme: Historische Karten der Habsburger Monarchie. Ăsterreichisches Staatsarchiv, abgerufen am 1. September 2016. (Abschnitt OĹĄtreljâDrvar)
⢠Nick Lera: Narrow gauge timetables from 1961 (Fahrpläne Schmalspurbahnen von 1961). In: The 76 cm gauge railways of Yugoslavia. Abgerufen am 1. August 2016.
Weblinks
⢠Josef Pospichal: Steinbeisbahn. Auf Lokstatistik, abgerufen am 15. Februar 2019.
⢠Josef Pospichal: Steinbeisbahn. Leihlokomotiven Auf Lokstatistik, abgerufen am 15. Februar 2019.
⢠PrijedorâSrneticaâDrvarâLiÄka KaldrmaâKnin auf dem serbischsprachigen Forum Forum ljubitelja Ĺželeznica mit vielen Fotos
⢠Schmalspurbahn LaĹĄvaâD. Vakuf(âBugojnoâG. Vakuf)âSrnetica auf dem serbischsprachigen Forum Forum ljubitelja Ĺželeznica mit einigen Fotos des Abschnitts JajceâSrnetica
⢠The Steinbeis railway in 1965 Eine Fotoauswahl von Charlie Lewis. In: The 76 cm gauge railways of Yugoslavia.
⢠The Steinbeis Railway Eine Fotoauswahl von Detlef Schikorr. In: The 76 cm gauge railways of Yugoslavia.
⢠Strecke Ostrelj-Srnetica-Gradac 8-mm-Schmalfilm aus dem Jahr 1969, UNRRA-Lokomotive.
⢠Rangieren in Ostrelj 8-mm-Schmalfilm aus dem Jahr 1969, Mallet-Lokomotive.
⢠Strecke Drvar-Ostrelj 8-mm-Schmalfilm aus dem Jahr 1969, UNRRA-Lokomotive.
⢠Rangieren in Drvar 8-mm-Schmalfilm aus dem Jahr 1969, UNRRA-Lokomotiven.